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Gesundheitsförderung? – Wie viele Kommissionen, Gremien und Sachverständige wurden bisher geschaffen – Aber wo bleiben die Taten? – Ein Beitrag von Dr. Walter Klingner

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Die Ostsee-Zeitung meldet: Sondersitzung des Sozialausschusses im Landtag zur Schließung in Parchim (27.10.2022). Verdi sagt dazu: „Die Schließung der Kinderstation in Parchim folgt einer gefährlichen Entwicklung im Angebot der pädiatrischen Versorgung im ländlichen Bereich…“

Weitere Meldungen: Behandlungsverbot für Frühchen unter 1250 Gramm Geburts­gewicht in Neubrandenburg, Schließung der Kinderstation in Parchim. Vor zwei Jahren: Geburtshilfe am Krankenhaus Crivitz geschlossen.

Zur Erinnerung: Ein Modellprojekt unter Beteiligung des Landes aus dem Jahr 2020 für eine pädiatrische Tagesklinik in Parchim. „Dabei wurden Fördermittel durch das Land und den Landkreis bereitgestellt. Nun, nach zwei Jahren, scheint auch das Modellprojekt zu scheitern“, sagte Diana Markiwitz von Verdi. Die Gewerkschaft stellt regelmäßig fest, dass sich Krankenhauskonzerne aus der pädiatrischen Versorgung aufgrund mangelnder Erlöse zurückzögen. Ist das nicht eine Kopie der hochgelobten „Kinderportalpraxisklinik“ in Wolgast? Über den Stand dieses genialen Glawe-Wurfs erfährt die Öffentlichkeit bis heute nichts.

Stattdessen werden Hiobsbotschaften verkündet (z.B. „Aktionsbündnis fordert: Gesund­heitsförderung und Prävention jetzt erst recht stärken“am24.08.2022 in Güstrow) und immer neue Gremien geschaffen (z.B. am 20 Mai berief Lauterbach eine 14-köpfige Regierungskommission, die Vorschläge für eine Krankenhausstrukturreform machen soll, am 25. August: Konstituierende Sitzung einer Expertenkommission zur Erarbeitung eines Konzepts für pädiatrische und geburtshilfliche Versorgung in M-V). Die Aufzählung könnte man fortsetzen.

Wird sich dadurch etwas ändern? Oder kommt es gar noch schlimmer? Die Finanzkrise und die Unentschlossenheit von Bundes- und Landesregierung lassen es als wahr­scheinlich erscheinen. Inzwischen schreitet die Privatisierung des Gesundheitswesens munter voran!

SPD und Linke in MV schlagen ein neues Modell vor: „Poliklinik Plus“ (das DDR-Gesundheitswesen lässt grüßen) ist der neue Wurf, eine Vernetzung ambulanter und stationärer Angebote in einem Haus. Ziel dieser Vernetzung ist es, dass Versorgung „umfassend gesichert und zugänglich bleibt“. (https://www.aerztezeitung.de/Nachrichten/SPD-und-Linke-wollen-Modell-Poliklinik-PLUS-in-Mecklenburg-Vorpommern-424306.html)

Und das ist nicht genug: Nun meldet sich auch noch der Landkreis, dessen Landrat politikwirksam das Kkh Wolgast „zurück zum Kreis“ holen wollte und kläglich versagte, mit einer „Gesundheitsstrategie“. OZ meldet am 27.9.: „In Pasewalk verständigten sich dazu mehr als 100 Menschen. Es ging um die Fragen, wie Gesundheitsförderung eine Lobby im Landkreis und in den Städten und Gemeinden bekommt und welcher Unterstützung es seitens der Kreisverwaltung in der kommunalen Gesundheitsförderung und Prävention bedarf? Man war sich einig, dass alle Akteure berücksichtigt und es möglichst kostenfreie, niedrigschwellige Angebote für alle Bedarfe und Bevölkerungs­gruppen geben sollte.“ Bla, bla, bla ….